Linux auf Schüler-Notebooks

Beiträge rund um die Themen "Software & Web"

Moderator: Ulf Blanke

Linux auf Schüler-Notebooks

Beitragvon Ulf Blanke » Mo 27. Okt 2008, 22:19

Hallo,

als Linux-Laie habe ich vor kurzem auf Empfehlung eines Bekannten den Versuch unternommen, auf meinem Laptop Ubuntu zu installieren. Das Ergebnis war durchaus beeindruckend. Entgegen meiner Erwartung klappt die Installation problemlos und auch im laufenden Betrieb gab es bisher höchstens kleinere Schwierigkeiten.

Nun bin ich natürlich neugierig geworden, ob es Schulen gibt, die schon Erfahrungen mit Linux auf Schüler-Notebooks haben. Vor allem würde mich interessieren, wie man es schafft, das System gegen Manipulation abzusichern. Unter Windows gibt es da ja Lösungen wie z.B. HDGuard.

Viele Grüße aus Braunschweig
Ulf Blanke
IuK-Berater der Landesschulbehörde, Klassenlehrer einer Notebook-Klasse, Koordinator des schuleigenen Notebook-Projekts
Nibelungen-Realschule Braunschweig
4 Notebook-Klassen (seit 2004/05)
Blog: digitale-schule.blogspot.com
Benutzeravatar
Ulf Blanke
Mitglied
Mitglied
 
Beiträge: 75
Registriert: Mi 24. Sep 2008, 17:11

Re: Linux auf Schüler-Notebooks

Beitragvon Ulf Blanke » So 16. Nov 2008, 18:48

Mittlerweile bin ich mit meinen Überlegungen und Versuchen schon wieder ein kleines Stück vorangekommen ...

Ubuntu 8.10 erlaubt es, eine sog. Live-Installation auf einem USB-Stick vorzunehmen. Damit ist es möglich, ein komplettes System inklusive Office-Paket und zusätzlicher Anwender-Software auf einen USB-Stick zu packen. Um mit diesem System zu arbeiten, muss der PC lediglich vom USB-Stick booten. Das geht - zumindest bei meinen bisherigen Tests - erstaunlich schnell und reibungslos. Im sog. "Persistent"-Modus verbleibt auf einem 4-GB-Stick noch genügend Platz, um eigene Dateien, persönliche Daten und weitere Software zu speichern.

Aus meiner Sicht könnten Schulen so gleich mehrere "Fliegen mit einer Klappe schlagen". Zum einen haben die Schüler stets ein aktuelles und funktionsbereites System zur Verfügung, unabhängig davon, welches Betriebssystem ansonsten auf dem Notebook installiert ist (in der Regel vermutlich Windows). Zudem ist der Administration- und Wartungsaufwand für die Schule deutlich geringer, da an den Notebooks selbst keine Einstellungen vorgenommen werden müssen, sondern nur eine entsprechende Anzahl von USB-Sticks konfiguriert werden muss. Eine Software-Aktualisierung wäre auf diesem Wege ebenfalls deutlich leichter zu realisieren. Außerdem gibt es auch für die Nutzer Vorteile: Man kann die gewohnte System-Umgebung an jedem Rechner mit USB-Anschluss verwenden, was vor allem dann interessant ist, wenn das eigene Notebook - z.B. aufgrund eines technischen Defekts - nicht zur Verfügung steht.

Natürlich gibt es auch Nachteile. Was passiert, wenn der Schüler seinen USB-Stick verliert? In diesem Fall wären alle gespeicherten Daten weg, die nicht vorher an einem geeigneten Ort gesichert worden sind. Außerdem haben USB-Sticks eine begrenzte Lebensdauer (abhängig von der Anzahl der Schreibvorgänge), sodass auch unter diesem Gesichtspunkt eine regelmäßige Datensicherung von großer Bedeutung ist.

Noch nicht ganz klar ist mir ein anderer Aspekt: Wie hoch ist das Risiko, dass Schüler ihr USB-Ubuntu-System - willentlich oder unwillentlich - so verändern, dass es nicht mehr läuft. Unter Windows haben wir an dieser Stelle auf Programme wie "HDGuard" vertraut (siehe 94856264nx26827/software-f10/hdguard-t6.html). Was macht man also, wenn ein Schüler zu Beginn des Unterrichts erklärt, sein System sei leider "zerschossen"? Wie hoch ist dieses Risiko bei Linux? Ich weiß es nicht. Im Prinzip müsste es in diesem Fall reichen, den USB-Stick mithilfe einer funktionierenden Ubuntu-Installation wieder zurückzusetzen, was etwa 5 Minuten dauert. Dann sind natürlich auch die persönlichen Einstellungen und Dateien des Schülers weg, aber das könnte ja durchaus auch einen erzieherischen Effekt haben. Um in der Praxis Störungen des Unterrichtsverlaufs zu minimieren, wäre es vermutlich vernünftig, für derartige Fälle einige vorkonfigurierte Ersatz-Sticks bereit zu halten.

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, meine Ausführungen machen deutlich, dass meine Überlegungen zu dieser Fragestellung noch nicht abgeschlossen sind. Ich wäre sehr daran interessiert, die Einschätzungen anderer zu erfahren, da ich zumindest im Moment das Gefühl habe, dass es sehr lohnenswert sein könnte, weitere in diese Richtung zu denken. Für Rückmeldungen wäre ich daher ausgesprochen dankbar.

Viele Grüße
Ulf Blanke

P.S.: Man kann auch schon vorkonfigurierte Ubuntu-Sticks kaufen, z.B. hier: http://www.linux-onlineshop.de/product_ ... Stick.html.
IuK-Berater der Landesschulbehörde, Klassenlehrer einer Notebook-Klasse, Koordinator des schuleigenen Notebook-Projekts
Nibelungen-Realschule Braunschweig
4 Notebook-Klassen (seit 2004/05)
Blog: digitale-schule.blogspot.com
Benutzeravatar
Ulf Blanke
Mitglied
Mitglied
 
Beiträge: 75
Registriert: Mi 24. Sep 2008, 17:11

Re: Linux auf Schüler-Notebooks

Beitragvon Martin von Wittich » So 23. Nov 2008, 16:54

Hallo Ulf.

Ulf Blanke hat geschrieben:Noch nicht ganz klar ist mir ein anderer Aspekt: Wie hoch ist das Risiko, dass Schüler ihr USB-Ubuntu-System - willentlich oder unwillentlich - so verändern, dass es nicht mehr läuft.


Wenn die Schueler keine root-Rechte haben, bzw. im Ubuntu-Fall keine sudo-Rechte, koennen sie am System nichts veraendern (hoechstens den Inhalt des eigenen Homeverzeichnisses). Dadurch ist das Crashpotential eigentlich gleich null.

Martin
Martin von Wittich
Mitglied
Mitglied
 
Beiträge: 2
Registriert: So 23. Nov 2008, 16:02

Re: Linux auf Schüler-Notebooks

Beitragvon Ulf Blanke » So 23. Nov 2008, 17:35

Hallo Martin!

Martin von Wittich hat geschrieben:
Wenn die Schueler keine root-Rechte haben, bzw. im Ubuntu-Fall keine sudo-Rechte, koennen sie am System nichts veraendern (hoechstens den Inhalt des eigenen Homeverzeichnisses). Dadurch ist das Crashpotential eigentlich gleich null.

Martin


Danke. Und was ist von der Idee mit dem USB-Stick zu halten?

Viele Grüße
Ulf
IuK-Berater der Landesschulbehörde, Klassenlehrer einer Notebook-Klasse, Koordinator des schuleigenen Notebook-Projekts
Nibelungen-Realschule Braunschweig
4 Notebook-Klassen (seit 2004/05)
Blog: digitale-schule.blogspot.com
Benutzeravatar
Ulf Blanke
Mitglied
Mitglied
 
Beiträge: 75
Registriert: Mi 24. Sep 2008, 17:11

Re: Linux auf Schüler-Notebooks

Beitragvon Ulf Blanke » Di 25. Nov 2008, 19:18

Mittlerweile bin ich noch auf eine weitere Variante gestoßen:

http://www.sueddeutsche.de/computer/810 ... r/?img=7.0

bzw.

http://stadt-bremerhaven.de/2008/10/12/ ... tallieren/

Hier geht es darum, Ubuntu ganz normal zu installieren, nur halt nicht auf Festplatte, sondern auf einen USB-Stick. Voraussetzung ist ein ausreichend großer Stick (8 GB aufwärts), aber dann hat man nicht die Einschränkungen eines Live-Systems.
Hat das schon mal jemand ausprobiert? Ich muss mir erst mal einen größeren USB-Stick besorgen ... :-)

Gruß
Ulf Blanke
IuK-Berater der Landesschulbehörde, Klassenlehrer einer Notebook-Klasse, Koordinator des schuleigenen Notebook-Projekts
Nibelungen-Realschule Braunschweig
4 Notebook-Klassen (seit 2004/05)
Blog: digitale-schule.blogspot.com
Benutzeravatar
Ulf Blanke
Mitglied
Mitglied
 
Beiträge: 75
Registriert: Mi 24. Sep 2008, 17:11

Re: Linux auf Schüler-Notebooks

Beitragvon hhullen » Fr 28. Nov 2008, 11:39

Ulf Blanke hat geschrieben:Mittlerweile bin ich noch auf eine weitere Variante gestoßen:

http://www.sueddeutsche.de/computer/810 ... r/?img=7.0

bzw.

http://stadt-bremerhaven.de/2008/10/12/ ... tallieren/

Hier geht es darum, Ubuntu ganz normal zu installieren, nur halt nicht auf Festplatte, sondern auf einen USB-Stick. Voraussetzung ist ein ausreichend großer Stick (8 GB aufwärts), aber dann hat man nicht die Einschränkungen eines Live-Systems.


USB-Stick ist faktisch Live-System, änderbar. 8 GB ist viel zu viel - in den letzten Tagen habe ich mal wieder SuSE und Ubuntu (auf Festplatte) installiert: keine 4 GByte.

Ulf Blanke hat geschrieben:Hat das schon mal jemand ausprobiert? Ich muss mir erst mal einen größeren USB-Stick besorgen ... :-)

In der letzten Zeit vor allem mit Reparatur-USB-Sticks - ab 256 MByte ...

Nur sicherheitshalber: wenn Du USB-Sticks kaufst: da darf nirgendwo "U3" draufstehen: solche Sticks sind unter Linux nur sehr schwer zum Laufen zu bringen.

Weiter: die Schüler könnten auf die Idee kommen, den USB-Stick auch an den fest installierten Rechnern in der Schule zu benutzen.
Viele Grüsse
Helmut
hhullen
Mitglied
Mitglied
 
Beiträge: 19
Registriert: So 16. Nov 2008, 13:44
Wohnort: braunschweig

Re: Linux auf Schüler-Notebooks

Beitragvon Fabian Weinlich » Fr 28. Nov 2008, 14:57

hhullen hat geschrieben:Nur sicherheitshalber: wenn Du USB-Sticks kaufst: da darf nirgendwo "U3" draufstehen: solche Sticks sind unter Linux nur sehr schwer zum Laufen zu bringen.


So,
jetzt möchte ich mich auch einmal zu Wort melden. Herr Blanke hat mich "beauftragt", verschiedene Arten von Ubuntu (z.B. Live) zu testen. Mittlerweile habe ich knapp (ich will jetzt nicht lügen) 20 Stunden damit verbracht, habe auch schon ein Live-System einigermaßen zum Laufen bekommen.
Vor 2 Tagen habe ich mir einen 8GB USB-Stick besorgt, damit ich das OS auch auf den Stick installieren kann. Bei der Installation bekomme ich jedoch jedes mal eine Fehlermeldung, dass die "Festplatte" zu alt oder beschädigt sei. Der Stick an sich macht jedoch unter Windows keinerlei Probleme.
Ich habe eben extra nocheinmal geschaut, aber kann nirgends auf der Pappe von der Verpackung die Bezeichnung "U3" finden.
Den ersten Versuch der Installation habe ich nach ca 4 Stunden abgebrochen, weil die Statusanzeige sich nicht mehr bewegte. Danach fand die Partitionsverwaltung von Linux den Stick entweder gar nicht oder die Installation brach nach einigen Prozent ab. Nun versuchte ich es mit Ubuntu 8.04; mit dem gleichen Ergebnis. Nach einigem Googeln las ich, dass man es doch mit der Alternate Version versuchen solle. Gestern habe ich es dann auch versucht. Das Grundsystem konnte installiert werden, die Schritte danach brachen jedoch immer wieder ab. Da das Grundsystem ja installiert war, dachte ich mir, dass ich rein theoretisch nur noch einen Bootmanager installieren müsste. Ich habe den passenden Befehl im Terminal eingegeben und auch eine Meldung bekommen, dass der Bootmanager installiert sei und keine Probleme hätte. Jedoch war der USB-Stick nicht mehr mountfähig und bei dem Versuch vom Stick zu booten wurde mir nur ein Bildschirm voller Text ("GRUB GRUB GRUB...") gezeigt.

Mittlerweile bin ich mit meinen Ideen leider am Ende.
Link zu der Beschreibung des USB-Sticks: http://www.cnmemory.de/seite_11ger-0-a0.html
Schüler der "ersten" Notebookklasse (2004)
Nibelungen-Realschule Braunschweig
Fabian Weinlich
Mitglied
Mitglied
 
Beiträge: 4
Registriert: Mi 26. Nov 2008, 14:59
Wohnort: Braunschweig

Re: Linux auf Schüler-Notebooks

Beitragvon hhullen » Fr 28. Nov 2008, 15:44

Fabian Weinlich hat geschrieben:jetzt möchte ich mich auch einmal zu Wort melden. Herr Blanke hat mich "beauftragt", verschiedene Arten von Ubuntu (z.B. Live) zu testen. Mittlerweile habe ich knapp (ich will jetzt nicht lügen) 20 Stunden damit verbracht, habe auch schon ein Live-System einigermaßen zum Laufen bekommen.
Vor 2 Tagen habe ich mir einen 8GB USB-Stick besorgt, damit ich das OS auch auf den Stick installieren kann.

8 Gbyte ist viel zu viel ...
Fabian Weinlich hat geschrieben:Bei der Installation bekomme ich jedoch jedes mal eine Fehlermeldung, dass die "Festplatte" zu alt oder beschädigt sei.


Ubuntu-Live-CD, 1. Menupunkt?

Ubuntu bietet die Installation auf einem USB-Stick an, hat hier nicht funktioniert. Aber mit anderen Fehlermeldungen.

Fabian Weinlich hat geschrieben:Nach einigem Googeln las ich, dass man es doch mit der Alternate Version versuchen solle. Gestern habe ich es dann auch versucht. Das Grundsystem konnte installiert werden, die Schritte danach brachen jedoch immer wieder ab.

Ja - muss "alternate" sein. Hat aber auch nicht funktioniert.

Fabian Weinlich hat geschrieben: Da das Grundsystem ja installiert war, dachte ich mir, dass ich rein theoretisch nur noch einen Bootmanager installieren müsste.

Auf dem USB-Stick? Das funktioniert nicht. "Booten von USB" muss direkt beim Booten angewählt werden (bei meinem Laptop per f12).
Viele Grüsse
Helmut
hhullen
Mitglied
Mitglied
 
Beiträge: 19
Registriert: So 16. Nov 2008, 13:44
Wohnort: braunschweig

Re: Linux auf Schüler-Notebooks

Beitragvon hhullen » Fr 28. Nov 2008, 15:55

Nachtrag:
http://www.linux-versand.org/de/Linux-USB/Ubuntu

kostet zwar ein wenig Geld, aber dafür hast Du so etwas wie eine Erfolgsgarantie (oder beschwerst Dich beim Verkäufer).
Viele Grüsse
Helmut
hhullen
Mitglied
Mitglied
 
Beiträge: 19
Registriert: So 16. Nov 2008, 13:44
Wohnort: braunschweig

Re: Linux auf Schüler-Notebooks

Beitragvon Fabian Weinlich » Fr 28. Nov 2008, 16:30

hhullen hat geschrieben:
Fabian Weinlich hat geschrieben: Da das Grundsystem ja installiert war, dachte ich mir, dass ich rein theoretisch nur noch einen Bootmanager installieren müsste.

Auf dem USB-Stick? Das funktioniert nicht. "Booten von USB" muss direkt beim Booten angewählt werden (bei meinem Laptop per f12).


Dass das Booten von USB entweder im BIOS oder direkt beim booten angewählt werden muss weiß ich. Jedoch habe ich gelesen, dass man auf den USB-Stick auch einen Bootmanager installieren soll.

Das Ziel ist es ja, keine Live-Version auf den Stick zu bekommen sondern eine richtige Installation. Daher bringt der Kauf eines "Live-Sticks" auch nit allzuviel.

Mit der Live-Version (gebootet vom USB-Stick) habe ich auf einen anderen USB-Stick schon ein Live-System aufgespielt, dass auch Änderungen speichert. Die Live-Version macht jedoch einige Probleme (z.B. Sprachauswahl beim Booten). Zudem war das System nach einigen Änderungen in der Benutzerverwaltung überhaupt nicht mehr "bootbar".

Mit "Festplatte" (bei der Installation) war auch der USB-Stick gemeint. Das Setup hat jedoch Festplatte als Bezeichnung ausgewählt. Deswegen auch in Häkchen.


P.S.:
Der Entschluss zur "richtigen" Installation auf dem Stick enstand, weil man bei der Live-Version einen User namens "ubuntu" hat und dieser nicht Kennwortgeschützt ist. Dieser User hat vollen Zugriff auf das System, aber die/wir Schüler sollen ja nicht im System rumfummeln können. Daher die Entscheidung zur "richtigen" Installation... So habe ich das jedenfalls von Herrn Blanke verstanden.
Schüler der "ersten" Notebookklasse (2004)
Nibelungen-Realschule Braunschweig
Fabian Weinlich
Mitglied
Mitglied
 
Beiträge: 4
Registriert: Mi 26. Nov 2008, 14:59
Wohnort: Braunschweig

Nächste


Ähnliche Beiträge

Wartung von Schüler-Notebooks
Forum: Software & Web
Autor: hhullen
Antworten: 6

Zurück zu Software & Web

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron