Mittlerweile bin ich mit meinen Überlegungen und Versuchen schon wieder ein kleines Stück vorangekommen ...
Ubuntu 8.10 erlaubt es, eine sog. Live-Installation auf einem USB-Stick vorzunehmen. Damit ist es möglich, ein komplettes System inklusive Office-Paket und zusätzlicher Anwender-Software auf einen USB-Stick zu packen. Um mit diesem System zu arbeiten, muss der PC lediglich vom USB-Stick booten. Das geht - zumindest bei meinen bisherigen Tests - erstaunlich schnell und reibungslos. Im sog. "Persistent"-Modus verbleibt auf einem 4-GB-Stick noch genügend Platz, um eigene Dateien, persönliche Daten und weitere Software zu speichern.
Aus meiner Sicht könnten Schulen so gleich mehrere "Fliegen mit einer Klappe schlagen". Zum einen haben die Schüler stets ein aktuelles und funktionsbereites System zur Verfügung, unabhängig davon, welches Betriebssystem ansonsten auf dem Notebook installiert ist (in der Regel vermutlich Windows). Zudem ist der Administration- und Wartungsaufwand für die Schule deutlich geringer, da an den Notebooks selbst keine Einstellungen vorgenommen werden müssen, sondern nur eine entsprechende Anzahl von USB-Sticks konfiguriert werden muss. Eine Software-Aktualisierung wäre auf diesem Wege ebenfalls deutlich leichter zu realisieren. Außerdem gibt es auch für die Nutzer Vorteile: Man kann die gewohnte System-Umgebung an jedem Rechner mit USB-Anschluss verwenden, was vor allem dann interessant ist, wenn das eigene Notebook - z.B. aufgrund eines technischen Defekts - nicht zur Verfügung steht.
Natürlich gibt es auch Nachteile. Was passiert, wenn der Schüler seinen USB-Stick verliert? In diesem Fall wären alle gespeicherten Daten weg, die nicht vorher an einem geeigneten Ort gesichert worden sind. Außerdem haben USB-Sticks eine begrenzte Lebensdauer (abhängig von der Anzahl der Schreibvorgänge), sodass auch unter diesem Gesichtspunkt eine regelmäßige Datensicherung von großer Bedeutung ist.
Noch nicht ganz klar ist mir ein anderer Aspekt: Wie hoch ist das Risiko, dass Schüler ihr USB-Ubuntu-System - willentlich oder unwillentlich - so verändern, dass es nicht mehr läuft. Unter Windows haben wir an dieser Stelle auf Programme wie "HDGuard" vertraut (siehe
94856264nx26827/software-f10/hdguard-t6.html). Was macht man also, wenn ein Schüler zu Beginn des Unterrichts erklärt, sein System sei leider "zerschossen"? Wie hoch ist dieses Risiko bei Linux? Ich weiß es nicht. Im Prinzip müsste es in diesem Fall reichen, den USB-Stick mithilfe einer funktionierenden Ubuntu-Installation wieder zurückzusetzen, was etwa 5 Minuten dauert. Dann sind natürlich auch die persönlichen Einstellungen und Dateien des Schülers weg, aber das könnte ja durchaus auch einen erzieherischen Effekt haben. Um in der Praxis Störungen des Unterrichtsverlaufs zu minimieren, wäre es vermutlich vernünftig, für derartige Fälle einige vorkonfigurierte Ersatz-Sticks bereit zu halten.
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, meine Ausführungen machen deutlich, dass meine Überlegungen zu dieser Fragestellung noch nicht abgeschlossen sind. Ich wäre sehr daran interessiert, die Einschätzungen anderer zu erfahren, da ich zumindest im Moment das Gefühl habe, dass es sehr lohnenswert sein könnte, weitere in diese Richtung zu denken. Für Rückmeldungen wäre ich daher ausgesprochen dankbar.
Viele Grüße
Ulf Blanke
P.S.: Man kann auch schon vorkonfigurierte Ubuntu-Sticks kaufen, z.B. hier:
http://www.linux-onlineshop.de/product_ ... Stick.html.