Taugt das iPad für die Schule?

Beiträge rund um das Thema "Notebook-Hardware"

Moderator: Ulf Blanke

Taugt das iPad für die Schule?

Ja.
3
30%
Nein.
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60%
Vielleicht.
1
10%
 
Abstimmungen insgesamt : 10

Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Ulf Blanke » Sa 30. Jan 2010, 23:34

Wie viele andere Internet-Nutzer habe ich die Präsentation des iPads mit Spannung verfolgt. Für mich stellt sich nun die Frage, ob das iPad auch für die Schule taugt und vielleicht sogar das Notebook bzw. Netbook ersetzen kann.

Hier zunächst noch einmal die wichtigsten Fakten:

Display

  • 9,7" Multi-Touch-Widescreen-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung, Hochglanzanzeige und IPS-Technologie (24,63 cm Diagonale)
  • Auflösung von 1024 x 768 Pixeln bei 132 ppi
  • Fettabweisende Beschichtung
  • Unterstützung für die Anzeige mehrerer Sprachen und Zeichen gleichzeitig

Drahtlostechnologie und Funknetz
Wi-Fi-Modell

  • Wi-Fi (802.11 a/b/g/n)
  • Bluetooth 2.1 + EDR

Modell mit Wi-Fi + 3G

  • UMTS/HSDPA (850, 1900, 2100 MHz)
  • GSM/EDGE (850, 900, 1800, 1900 MHz)
  • Nur Datentransfer
  • Wi-Fi (802.11 a/b/g/n)
  • Bluetooth 2.1 + EDR

Kapazität
  • 16 GB, 32 GB oder 64 GB Flash-Laufwerk
[Quelle: http://www.apple.com/de/]

Aus meiner Sicht bietet das iPad einen vielversprechenden Ansatz, um erfolgreich in der Schule eingesetzt zu werden. Der Grund dafür ist vor allem die Software. Während PCs und Notebooks offene Systeme sind, ist das iPad - genauso wie das iPhone, welches ja mit dem gleichen Betriebssystem läuft - ein geschlossenes System. Was für Power-User einen großen Nachteil darstellen mag, weil keine tiefgreifenden Systemveränderungen vorgenommen werden können, ist für den schulischen Einsatz ein enormer Vorteil. Der Aufwand, um Notebooks vor versehentlichen oder absichtlichen Veränderungen der Softwarekonfiguration zu schützen, würde ebenso entfallen wie der Zwang, die Geräte in regelmäßigen Abständen per Image mit neuer Software zu versorgen. Ein Segen für alle Schuladministratoren!

Darüber hinaus bietet die Software-Grundausstattung des iPad bereits vieles, was in Schule zum Einsatz kommt: Allen voran die Möglichkeit - per WLAN oder im Mobilfunknetz - durch das Internet zu surfen und Webanwedungen (wie z.B. Google Docs) zu nutzen.

Natürlich hat das Gerät auch Nachteile, etwa die fehlende Flash-Unterstützung. Aber diese werden aus meiner Sicht durch die intuitive Bedienbarkeit, die eBook-Reader-Funktion und die riesige Auswahl an (oft kostenloser) Zusatzsoftware mehr als ausgeglichen.

Mein vorläufiges Fazit: Das iPad kann in der Hand von Schülern zu einem großartigen und spannenden Lernwerkzeug werden. Sobald die Geräten in Deutschland auf den Markt kommen, werde ich einen Praxistest durchführen. Bis dahin erhoffe ich mir eine muntere Diskussion zu diesem Thema ... ;-)

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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon damianduchamps » So 31. Jan 2010, 10:14

Mich interessiert das Gerät zunächst einmal vor allem als Werkzeug für den Lehrer. Vor allem wer mit wenig Papier arbeiten möchte, der könnte mit dem iPad ein brauchbares Gerät finden. Ich werde es mir definitiv holen und dann alle meine Schulbücher in digitaler Form als PDF darauf laden. Außerdem kommt natürlich das Teachertool drauf. Wenn ich dann meine Notizen für die Stunde noch über Dropbox drauf synchronisiere, dann ist die Sache schon fast perfekt. Mit mobilen Boxen könnte man noch Lehrbuchtexte abspielen, was ich derzeit mit dem Notebook mache.
Für mich wäre noch wichtig, dass es ein App gibt, in dem ich mehrere PDFs gleichzeitig öffnen kann mit Tabs. Vielleicht gibt es solch einen PDF Viewer schon. Noch besser, wenn ich in dem App PDFs und meine Stundennotizen als Text Datei öffnen könnte.
In dieser Form wäre das Ding für mich perfekt. Man kann damit alles machen, was notwendig ist und braucht keine Bücher und Hefte mit sich herumschleppen.
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Stefan-Schaper » So 31. Jan 2010, 18:37

IPad für die Schule - Interessante Idee, aber viel zu teuer. 500 € - 800 € (mit Vertrag!) sprengen jeden Rahmen. Tablet-PCs sind neu für die Häfte und gebraucht (24 Monaten Leasing Rückläufer, mit 12 Monaten Garantie) schon für ein Viertel zu bekommen. Zudem gibt es Netbook Tablett Varianten, die dem IPad sehr nahe kommen, wenn auch in der Ausstattung natürlich nicht das Wasser reichen können, z.B. das ASUS Eee PC T91MT (wobei das DVB-T natürlich sinnlos für die Schule ist :-)).

Was die Sicherheit betrifft, jedes Windows kann mit dem kostenlosen MS Tool Steady State absolut sicher und dicht gemacht werden, alternativ und kostenfrei kann ein Linux Distribution genutzt werden, die dem Nutzer keinerlei Änderungen erlaubt. Wir arbeiten seit 5 Jahren mit Steady State (bzw.dem Vorgänger Shared Toolkit) und hatte auf den gut 50 Geräten (in BS und SZ) noch nie eine Sicherheitsproblem oder sonstige unschöne Erlebnisse.

Ich denke, für den engagierten IT Lehrer oder Freelancer sehr interessant, für Schüler viel zur teuer und zu fragil. Das ist ähnlich wie die Sache mit den Smartboards, tolle Sache (ab 300 Euro), für 1000 bekomme ich ein mobile EIKI I-Kit One, incl. High-End Beamer.

Das heisst jetzt allerdings nicht, das ich mir nie ein IPad privat kaufen würde. :-) Nur halt für den Medienunterricht ist es halt ein "Kanonen auf Spatzen" schießen, ein sehr teures dazu.

Greetings
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Ulf Blanke » Mo 1. Feb 2010, 11:58

damianduchamps hat geschrieben:Für mich wäre noch wichtig, dass es ein App gibt, in dem ich mehrere PDFs gleichzeitig öffnen kann mit Tabs. Vielleicht gibt es solch einen PDF Viewer schon.


Mit einem Google Account geht das heute schon (Googel Docs oder Google Mail).
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Ulf Blanke » Mo 1. Feb 2010, 12:03

Stefan-Schaper hat geschrieben:IPad für die Schule - Interessante Idee, aber viel zu teuer. 500 € - 800 € (mit Vertrag!) sprengen jeden Rahmen.


Die iPads sind sicher nicht ganz billig, allerdings sind die Preise ohne Vertragsbindung zu verstehen (http://www.apple.com/de/ipad/pricing/)

Was die Sicherheit betrifft, jedes Windows kann mit dem kostenlosen MS Tool Steady State absolut sicher und dicht gemacht werden, alternativ und kostenfrei kann ein Linux Distribution genutzt werden, die dem Nutzer keinerlei Änderungen erlaubt. Wir arbeiten seit 5 Jahren mit Steady State (bzw.dem Vorgänger Shared Toolkit) und hatte auf den gut 50 Geräten (in BS und SZ) noch nie eine Sicherheitsproblem oder sonstige unschöne Erlebnisse.


Das wird an unserer Schule seit Jahren so prakiziert. Allerdings ist der Aufwand doch enorm. Man muss bedenken, dass Schulen in der Regel keine eigene IT-Abteilung haben ... ;-)
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Ulf Blanke » Mo 1. Feb 2010, 12:11

Mich haben auch Reaktionen per Mail oder Twitter erreicht. Hier einige Auszüge:

[...] ich bin von dem IPad in irgendeiner Art und Weise doch sehr angetan. Mit dem Betriebssystem habe ich durch meinen IPod touch schon einige erfahrungen gemacht und denke, dass es für viele Schüler ein leichtes sein würde das Gerät zu "jailbreaken".
Damit wäre der Schutz vor der Änderung von tiefergehenden Systemeinstellungen wieder erloschen. Die Anleitungen zum "jailbreaken" sind mittlerweile weit verbreitet und auch die Software dafür kann man innerhalb von ein paar Minuten finden.


[...] ich denke auch, dass das IPad sich gut für die Schule eignet, gerade weil es feste Grundkonfigurationen hat. Und stell Dir vor - Schulbücher per App herunterladen, wow wie einfach wäre das...


[...] vielleicht können Sie Hr. Schaper ja darauf hinweisen, dass eben jedes Windows erst mit einem zusätzlichen Produkt (wenn auch kostenfrei) dicht gemacht werden kann. Das bedeutet eben zusätzliche Arbeit, Kontrolle, regelmäßige Updates, und doch vielleicht ein Hintertürchen, durch das jemand gelangen kann. Auch das kostet Geld, die Personalkosten (darum ging es ja) dürfen da nicht unter den Tisch fallen…..Ein IN-SICH-Geschlossenes System ist eben ein solches, die Erfahrung hat man schon beim Blackberry gemacht.


Nicht zu vergessen die Akkulaufzeit. Danke für Einschätzung
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Ulf Blanke » Mo 1. Feb 2010, 13:02

Die Internetseite "Lehrerfreund" stellt sich die Frage, ob Apples iPad zur "iErlegende Wollmichsau für den Unterricht" wird.

Zitat:

Das primäre Hindernis für die schülerseitige Nutzung von Computern (Notebooks ...) im Schulalltag ist der Wahnsinn mit der Technik: Die Netzwerkkarte funktioniert nicht, hier haben die Schüler/innen eine Installation zerhauen, dort einen Virus eingefangen; heute können sich drei Schüler/innen nicht mehr anmelden, morgen kann die ganze Klasse nicht mehr drucken, übermorgen funktioniert der Zugriff auf das Netzlaufwerk nicht mehr, nächste Woche sind alle Einstellungen weg. Das Hochfahren der Rechner dauert brutto zwischen 5 und 15 Minuten (Laptopwagen!), weitere 5 Minuten gehen drauf, weil bei einem Rechner das Word-Icon aus dem Startmenü verschwunden ist.

All diese Probleme hätte man mit einem iPad-ähnlichen Gerät nicht oder nur in äußerst reduzierter Form. Ob das iPad den tatsächlichen Anforderungen im Unterricht genügen kann (Zugriff auf Netzlaufwerke, Dateihandling ...), muss sich erst noch in der Praxis zeigen. [...]

Der Vorteil des iPads liegt darin, dass den Schüler/innen ohne technischen Firlefanz eine Station mit den wesentlichen notwendigen Funktionalitäten zur Verfügung gestellt werden kann: Internetzugang und Zahlen-/Textgestaltung in einfacher Form. Mehr braucht man für den normalen Unterrichtsalltag nicht, auch wenn die zahlreichen Berichte über erfolgreiche Laptopklassen etwas anderes suggerieren. Keiner braucht Powerpoint. Sollen die Schüler/innen ihre Informationen ersurfen und dann ihre Präsentation von Hand gestalten. Keiner braucht spezielle Lernsoftware. Zur Steuerung des Lernprozesses ist schließlich die Lehrer/in da - und nicht das iPad.


Vor allem das Fazit im letzten Absatz entspricht voll und ganz meiner Einschätzung zu diesem Thema.

Link: http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s ... chule/3662
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Ulf Blanke » Di 2. Feb 2010, 00:14

The iPad Keynote in less than 180 Seconds - Incredible, Beautiful, Amazing! ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=1ZS8HqOGTbA
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Reiner Adler » Mi 3. Feb 2010, 09:40

Hallo,
die Argumente von Stefan sind für mich teilweise nachvollziehbar.
Desweiteren entfernen sich diese Geräte noch mehr als bisher Notebooks von den arbeitsmedizinschen Vorgaben, die in der Bildschirmarbeitsverordnung (siehe z.B. hier: http://www.gesetze-im-internet.de/bildscharbv/) festgeschrieben sind.
Ganz erschreckend fand ich beim letzten Gang durch die Kauf-Multimediawelt, dass es mittlerweile nur noch Geräte mit hochspiegelnder Bildschirmoberfläche gibt (so gesehen bei Media-Markt). Bei etwas Sonneschein und nicht vorhandenem Sonnenschutz (der zwar in der BildScharbV vorgeschrieben, aber in kaum einem Klassenraum vorhanden ist) ist die Sehaufgabe extrem erschwert. Man sieht sich deutlich als Spiegelbild anstatt den Monitorinhalt. Entsprechende Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit sowie Folgen wie Kopfschmerz, Augenbrennen etc. sind ebenfalls seit längerem nachgewiesen.
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Ulf Blanke » Mi 3. Feb 2010, 10:48

Reiner Adler hat geschrieben:Desweiteren entfernen sich diese Geräte noch mehr als bisher Notebooks von den arbeitsmedizinschen Vorgaben, die in der Bildschirmarbeitsverordnung (siehe z.B. hier: http://www.gesetze-im-internet.de/bildscharbv/) festgeschrieben sind.


Lieber Reiner,

dieser Einwand ist sicher berechtigt. Allerdings gehe ich davon aus, dass die Bildschirmarbeitsverordnung verfasst wurde, als es die Geräteklasse der Tablet-PCs noch nicht gab. Insofern wäre es doch denkbar, dass hier demnächst auch mal eine Anpassung erfolgen könnte. Oder liege ich da mit meinem Laienverständnis falsch? ;-)

Darüberhinaus möchte ich darauf hinweisen, das sowohl Notebooks als auch ggf. iPads immer nur für einen sehr begrenzten Zeitraum, also in einer bestimmten Unterrichtssituation, zum Einsatz kommen. Trotzdem hast du sicher Recht, dass man arbeitsmedizinschen Aspekte nicht vernachlässigen darf.

Viele Grüße
Ulf
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