Taugt das iPad für die Schule?

Beiträge rund um das Thema "Notebook-Hardware"

Moderator: Ulf Blanke

Taugt das iPad für die Schule?

Ja.
3
33%
Nein.
5
56%
Vielleicht.
1
11%
 
Abstimmungen insgesamt : 9

Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Holger März-Faust » Mi 3. Feb 2010, 18:46

Hallo,
zunächst mal ein tolles Gerät. Aber...betrachte ich meine curricularen Vorgaben als Mathelehrer stoße ich mit dem iPad sehr schnell an Grenzen. Vorgeschrieben ist für uns die Arbeit mit Dynamischen Geometriesystemen (DGS), wie z.B. EuklidDynaGeo oder GeoGebra. Schon bei der Umsetzung dieser Forderung wird jeder Computerraumbetreiber einer Schule nicht auf diese zugegebenmaßen verlockenden Geräte zurückgreifen können. Für solche geschlossenen Systeme lässt sich mit Sicherheit eine solche Anwendung nicht finden. Ähnliche Applikationen (mit allerdings weitaus geringerem Funktionsumfang), die im Internet zu finden sind, sind Flash-basiert und somit ebenfalls nicht verwendbar. Auch andere Fachspezifika wie Bruchrechenprogramme oder Funktionsplotter laufen lieber auf Windows - oder Linuxsystemen. Und ... wie sieht es mit dem Informatikunterricht aus. Wenn jeder nur noch "fertige" Systeme benutzt, lernt keiner mehr, wie sie programmiert werden.

Hier sehe ich also ehrlich gesagt schwarz, obwohl es ein sicher hübsches und wahrscheinlich großartiges Arbeitsgerät für Lehrer ist.

Grüße
Holger
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Ulf Blanke » Mi 3. Feb 2010, 19:06

Holger März-Faust hat geschrieben:Aber...betrachte ich meine curricularen Vorgaben als Mathelehrer stoße ich mit dem iPad sehr schnell an Grenzen. Vorgeschrieben ist für uns die Arbeit mit Dynamischen Geometriesystemen (DGS), wie z.B. EuklidDynaGeo oder GeoGebra. Schon bei der Umsetzung dieser Forderung wird jeder Computerraumbetreiber einer Schule nicht auf diese zugegebenmaßen verlockenden Geräte zurückgreifen können.


Hallo Holger,

willkommen im Forum. :-)

Ich gebe dir insofern Recht, dass iPads, Netbooks oder andere mobile Geräte derzeit nur als Ergänzung zu den PCs im Computerraum zum Einsatz kommen sollten.

Und ... wie sieht es mit dem Informatikunterricht aus.


Auch hierfür sind mobile Geräte sicher nur sehr bedingt geeignet.

Wenn man dies beachtet, könnten mobile Geräte wie das iPad den "normalen" Unterricht, in dem es oft darum geht zu kommunizieren, Informationen zu beschaffen und Texte zu verfassen, durchaus bereichern.

Viele Grüße
Ulf
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Ulf Blanke » Mi 3. Feb 2010, 19:44

Hier noch ein weiterer Link in Sachen iPad:

http://www.mactechnews.de/news/index.html?id=145972
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon hopppe » Do 4. Feb 2010, 19:58

Ich sehe einen Vorteil und drei Nachteile:

Vorteil 1) Die Schüler bekommen ein Gerät, welches in seiner Aktualität und seinem "Image" den Schülern entgegenkommt! Es ist eher virussicher, intuitiv zu bedienen und technisch auf einem hohen Stand. Für Schüler, die schon mit interaktiven Whiteboards arbeiten, ist der iPad sicherlich ein "kleines Smartboard"...

Nachteil 1) Wenn es elternfinanzierte Geräte sein sollten, so ist es einerseits der (sehr) hohe Preis (500 € OHNE Vertrag), die hohe Anfälligkeit des Gerätes (bruchsicher?, verschmutzungsanfällig?, für die Schule entwickelt?), die oft sinnlosen meist sogar gefährlichen "Apps" und die FEHLENDEN Anschlüsse (kein USB, kein SD, kein Netzwerk), die das Gerät als "nicht für den Schulalltag geeignet" kennzeichnen. Andererseits ist der Transport des Gerätes und vor Allem die Benutzung zu Hause ein Problem...ohne W-LAN kann man mit diesem Pad nicht ins Internet (mit Vertrag ist der Preis absolut unverhältnismäßig!)...

Nachteil 2) Der zweite Faktor bezieht sich allerdings auf die Entwicklung des Gerätes. Dieses Gerät wurde nicht für diejenigen Personen entwickelt, die verstehen wollen, wie dieses Gerät funktioniert, sondern nur konsumieren wollen. Wenn Windows schon extrem "isolatorisch" ist und "fremde" Programme etc. unter Umständen sogar vedrängt, so kann man bei Apple gar nichts machen!

Nachteil 3) Wenn ich mir die Liste der Programme und Internetseiten anschaue, mit denen ich im Unterricht arbeite, so könnte ich auf dem Pad nur 10 % benutzen!

Für den privaten Nutzer, der schon mit Apple- Produkten vertraut ist (eventuell schon ein iPhone oder ein iPod besitzt), kann es durchaus ein Gerät sein, welches (in Zukunft) viele verschiedene Geräte bzw. Anwendungsmöglichkeiten verbindet bzw. bündelt.

Wer sich allerdings schon vor Google fürchtet, sollte sich vor Apple zumindestens gruseln...
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Alfthe1st » Di 16. Feb 2010, 10:18

Hallo Leute,

ich komme aus dem IServ - Forum wie einige andere hier. Ulf hat mich mal eingeladen hier mit zu diskutieren. Das will ich auch gleich tun weil mich der Hype um das kastrierte IPad einwenig nervt. Ich persönlich finde das iPhone/iPad schon nicht schlecht und bin eigentlich auch Apple - Fan. Vor allem der 27" iMac hat es mir angetan. Allerdings bin ich auch absoluter Linux-Fan. Warum? Linux ist Open-Source. Nicht das Ihr jetzt denkt: "Naja schon wieder so einer der alles umsonst möchte." Nein im Gegenteil ich bin absolut dafür das jemand der Leistung bringt auch dafür bezahlt werden soll.
Was mich beim IPad abstösst ist das es absolut Closed-Source ist. Es laufen ausschließlich Programme/Apps aus dem Itunes-Shop auf dem Ding. Apple diktiert also was der User darf und was nicht. Apple zwingt den User in eine Richtung und das meine lieben Damen und Herren kann ich beim besten Willen gegenüber Apple nicht vertreten. Darum würde ich keiner Schule empfehlen das Gerät zu kaufen. Schon gar nicht für dieses mikrige Display von 9,7 Zoll und schon gar nicht für den Preis. Ohne Flash-Player und einige andere Dinge die für den Unterricht beim Euch wahrscheinlich wichtig wären. Es gab damals gleiche Geräte von der Firma SIEMENS die auch die Möglichkeit hatten sich per WLan in ein Netz einzuklinken, die zumindest Word als Textverarbeitung, Excel als Tabellenkalkulation hatten usw... Selbst diese Geräte haben sich nicht so durchgesetzt wie SIEMENS das gerne gehabt hätte. Sie wurden als Revolution angekündigt und sind in der Schublade verschwunden.
Ich für meinen Teil werde jetzt mal nach einem 13,3 Zoll Netbook mit Core2Duo umschauen, das mir die Möglichkeit gibt auch mit Linux zu arbeiten und da liebe Leute, habe ich alle Freiheit der Welt. Denn darauf kommt es an.

Nachtrag: Hier mal eine Auswahl von Linux-Pads, die Ihr nach euren Wüsnschen ausstatten könntet.
http://www.linuxfordevices.com/c/a/Linu ... d-Tablets/

Grüße ins Forum,
Alex
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon Ulf Blanke » Di 16. Feb 2010, 12:15

Hallo Alex,

willkommen im Forum! :)

Alfthe1st hat geschrieben:[...] mit Linux zu arbeiten und da liebe Leute, habe ich alle Freiheit der Welt. Denn darauf kommt es an.


Das mag für den Einzelnden zutreffen, aber für Schulen kommt es aus meiner Sicht auf etwas anderes an. Es geht nämlich darum, über Geräte zu verfügen, die sich so unkompliziert wie möglich handhaben und administrieren lassen, damit sich Lehrkräfte voll und ganz aufs Unterrichten konzentrieren können.
Wenn es solche Systeme als OpenSource gibt - umso besser. Das Problem ist dann aber, dass man das System wieder mit großem Aufwand absichern muss. Dieser Aufwand würde beim iPad entfallen, da es sich eben um ein geschlossenes System handelt. In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf die Argumente verweisen, die auch vom "Lehrerfreund" genannt wurden.

Das primäre Hindernis für die schülerseitige Nutzung von Computern (Notebooks ...) im Schulalltag ist der Wahnsinn mit der Technik: Die Netzwerkkarte funktioniert nicht, hier haben die Schüler/innen eine Installation zerhauen, dort einen Virus eingefangen; heute können sich drei Schüler/innen nicht mehr anmelden, morgen kann die ganze Klasse nicht mehr drucken, übermorgen funktioniert der Zugriff auf das Netzlaufwerk nicht mehr, nächste Woche sind alle Einstellungen weg. Das Hochfahren der Rechner dauert brutto zwischen 5 und 15 Minuten (Laptopwagen!), weitere 5 Minuten gehen drauf, weil bei einem Rechner das Word-Icon aus dem Startmenü verschwunden ist.

All diese Probleme hätte man mit einem iPad-ähnlichen Gerät nicht oder nur in äußerst reduzierter Form. Ob das iPad den tatsächlichen Anforderungen im Unterricht genügen kann (Zugriff auf Netzlaufwerke, Dateihandling ...), muss sich erst noch in der Praxis zeigen.


Viele Grüße
Ulf Blanke
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon STudyTraY-Experte » Sa 13. Mär 2010, 02:07

Es ist schön das man den Tablet PC wieder ins Auge fast als Arbeitslernwerkzeug für den Schulalltag zu prüfen. Mir ist die Qualität der Ablesbarkeit weit vom technisch machbarem entfernt. E-Ink also Ebook Display ist mindest Voraussetzung. Aber das Hauptproblem ist die eingeschränkte Fingerbedienung. Dank Multitouch also ohne Mauszeige Schwebefunktion ist das Surfen im Internet bedenklich unkontrollierter, woran besonders die Werbe-Welt profitieren wird. Eigentlich unverantwortlich von Apple dies als komfortablen Web-PC zu bezeichnen. Der jahrzehnte alte WACOM Aktiv Stift bietet neben einer quasi realen Maus, also mit Mausschwebezeiger und echten Maustasten die hohe Sicherheit vor unbeabsichtigten Aktionen, sowie die informative Kontrolle. Damit ist die Stift Bedienung ebenfalls freudig befreiend genial intuitiv gegenüber die anspruchsvolle reale Maus bzw. die nervige Touchpad-Steuerung. Zumal der Stift als kreatives Werkzeug nicht nur für den Mathe Unterricht erhalten bleiben sollte, wenn auch in digitalisierter Form als Aktiv Pen. Mein Motto: Lasst die Finger vom Multitouch und vom blendenden iPAD sowie so:) Das einzig Wahre, ist doch das Klare: Wie mit Bleistift und Papier, lernt man auf echten Tablets so ganz ohne Gewirr.
Fehlendes Multitasking lässt schwieriger Überwachungsprogramme im Hintergrund zur Lernkontrolle zu. Ein weiter weg zum idealen Lernwerkzeug wobei die Schule insbesondere die Hochschulen Druck auf die Hersteller machen sollten um Ihre Bedürfnisse kostengünstig zu erhalten.
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Re: Taugt das iPad für die Schule?

Beitragvon damianduchamps » Di 18. Mai 2010, 21:46

Ulf Blanke hat geschrieben:
damianduchamps hat geschrieben:Für mich wäre noch wichtig, dass es ein App gibt, in dem ich mehrere PDFs gleichzeitig öffnen kann mit Tabs. Vielleicht gibt es solch einen PDF Viewer schon.


Mit einem Google Account geht das heute schon (Googel Docs oder Google Mail).


Bei mir geht es um recht große Dateien, bis fast 100 MB groß. Dafür wäre Google nicht geeignet. Ich habe mittlerweile jedoch ein App gefunden, welches für meine Zwecke sehr gut geeignet sein sollte. Es heißt GoodReader. Man kann in diversen YouTube Videos von amerikanischen Usern sehen, dass es tatsächlich gut läuft. Das App war ursprünglich ein reines iPhone App und hat von diesem noch das Blättern. Das soll jedoch mit dem nächsten Update noch angepasst werden. Für nicht mal einen Euro habe ich es mir bereits geladen. Gut ist bei dem App noch, dass es auch auf dopbox zugreifen kann und man so leicht Material auf das iPad holen kann. Ich bin gespannt. Sind ja nur noch ein paar Tage und dann werde ich testen.

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Wer will denn Überwachungssoftware? Für mich zählt beim iPad vor allem eines. Ich will es als Lehrertool haben. An Schüler denke ich noch nicht.
Schüler werden über kurz oder lang ohnehin ein Gerät in die Hand bekommen. Dieses iPad wird es sicher nicht sein. Vermutlich wird es aber ein Gerät sein, dass jetzt in Nachfolge des iPads entwickelt wird von verschiedenen Herstellern. Dass Schüler ein elektronisches Gerät zur Anzeige von Schulbüchern oder deren Nachfolgern bekommen, ein Gerät, mit dem man auch noch mehr machen kann, das ist für mich nur noch eine Frage der Zeit. Zunehmende Chipintegration macht die Geräte zudem immer billiger.
Das iPad ist wie das iPhone ein Wegbereiter und hat deswegen eine sehr wichtige Funktion. Was daraus entstehen wird, ist noch nicht genau abzusehen.
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